Fotografie im TV

Hier werden Fernsehsendungen gepostet, die Fotografie zum Thema haben. Ich habe dazu auch eine Seite auf Facebook eingerichtet.

Sonntag 01.08. 17:00 ‘Schwarzweiß ist Farbe genug’ Arte
Die Grande Dame des Fotojournalismus, Barbara Klemm, ist Reporterin und Künstlerin zugleich. Ihre Bilder, die das ganze Spektrum der Pressefotografie bedienen und gleichzeitig darüber hinausgehen, illustrieren eine ganze Epoche. Sie ist klassisch, ohne konservativ zu sein. Sie ist eine typische Fotoreporterin, aber ihre Bilder sind voller Poesie. Barbara Klemm ist eine der angesehensten Fotografinnen unserer Zeit, eine große Dokumentaristin und zugleich eine Künstlerin von Rang. Ihr fotografisches Werk ist beinahe unüberschaubar – rund eine Million Negative lagern allein in den Archiven der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, für die sie rund 45 Jahre lang auf Bilderjagd war. Es entstanden klassische Reportagefotos und Künstlerporträts, zeithistorische Momentaufnahmen und Reisedokumentationen aus aller Welt. Burghard Schlicht hat die vielfach preisgekrönte Fotografin einige Wochen lang mit der Filmkamera begleitet, bei ihrer Arbeit, auf Reisen wie zum Beispiel nach Lettland, in Berlin sowie bei Begegnungen mit Freunden und Kollegen. Der Film folgt ihren Spuren nach Karlsruhe, wo sie in einer Künstlerfamilie aufgewachsen ist. Die Mutter war Bildhauerin, der Vater, Fritz Klemm, ein anerkannter Maler, ist bis heute ihr verehrtes Vorbild. Wenn man sie heute als große Fotokünstlerin feiert, zum Beispiel mit einer umfangreichen Ausstellung ihrer Künstlerporträts in Baden-Baden, wehrt sie bescheiden ab: “Ich habe nie den Anspruch gehabt, Kunst zu schaffen. Ich habe immer nur geglaubt, eine gute Arbeit machen zu müssen”. Seit Jahrzehnten lebt Barbara Klemm nun in Frankfurt am Main, wo man sie längst als Grande Dame des Fotojournalismus ehrt. Seit kurzem ist sie pensioniert – was sie nicht daran hindert, weiterhin zu arbeiten, derzeit als freie Fotografin.

Donnerstag 29.07. 04:55 ‘Vom Charme des Makels’ 3Sat
Der Fotograf Gerhard Aba lädt seit gut 30 Jahren amputierte Frauen für Fotosessions in sein Studio ein.
Zum Beispiel hat er Andrea Scherney, Paralympics-Siegerin 2004 in Athen, Europameisterin für Weitsprung 2005 – einbeinig erreichte sie 5,29 Meter – und eine der Sportlerinnen des Jahres 2005 fotografiert. Außerdem steht Lisa Buffano, Performancekünstlerin aus Boston, mit einer eigens für diesen Film konzipierten Performance vor der Kamera.
“Vom Charme des Makels” ist ein Film über amputierte Frauen, die zu ihren Behinderungen stehen und bereit sind, sie zu zeigen.

Sonntag 25.07. 07:00 ‘Künstler hautnah’ Arte
Camille Vivier – Fotografin
Verkleidung, Tarnung und Schauspiel – diese Elemente machen Camille Viviers Fotoarbeiten aus, bei denen es nicht um die simple Darstellung von Personen oder Objekten geht. Die 1977 in Paris geborene Künstlerin arbeitet aktuell als Modefotografin für internationale Zeitschriften. Ob es sich um Arbeiten für Modemagazine, um öffentliche Aufträge oder um persönliche Bilder wie ihre magischen Stillleben handelt – jede ihrer Kompositionen führt gleichzeitig in ihr Innerstes. “Ich zeige die Menschen nicht so, wie sie sind”, erklärt sie, “ich arbeite fiktional und kein bisschen dokumentarisch.” Camille Vivier geht mit ihren Modellen häufig wie mit einer Art Theaterensemble um: Sie arrangiert Szenen, arbeitet mit Licht, verkleidet und schminkt die von ihr fotografierten Menschen. Gerade entstehen eine Fotoserie mit Jugendlichen im Stil der Commedia dell’Arte und einige Stillleben, bei denen sie sich von Darstellungen antiker Götter inspirieren lässt. In ihren nostalgisch anmutenden Bilderwelten finden sich persönliche Erinnerungen und Erfahrungen wieder, stets strahlen ihre Arbeiten aber auch etwas Überzeitliches, etwas faszinierend Geheimnisvolles und Mysteriöses aus. Hintergrundinformationen: 1997 wurde Camille Vivier mit dem Ersten Preis für Fotografie beim XII. Festival des Arts de la Mode von Hyères ausgezeichnet. 2002 war sie Stipendiatin der Villa Médicis Hors les Murs, im Jahr 2008 zeigte sie ihre Werke bei der internationalen Fotoausstellung “Unseen” des Museum of Contemporary Art in Shanghai. Zu Wort kommen in der heutigen Sendung Alexis Vaillant, Kurator einer der Ausstellungen von Camille Vivier, und Agnès de Gouvion Saint-Cyr vom französischen Kulturministerium.

Samstag 24.07. 08:00 ‘Wissen macht Ah!’ Das Erste
Klick Shary und Ralph zeigen heute scharfe und unscharfe Bilder, machen einen “Wirf-und-Schnappschuss”, verraten die Bauanleitung für Wackelbilder – und die Antworten auf folgende Fragen: Wie funktionieren 3-D-Bilder? Manche Fotografien gaukeln uns vor, dreidimensional zu sein: Ihr Motiv scheint wie in einem Raum vor uns zu schweben. Wie schafft es das Bild, unser Gehirn zu täuschen? Und was ist eigentlich der Daumensprung? Wann wird ein Bild unscharf? Was ist ein Schnappschuss? Warum ist die Kameraoptik immer rund, das Bild aber eckig? Was ist ein Weitwinkel?

Freitag 23.07. 08:00 ‘Metropolis’ Arte
Foto Folio Review: Portfolios-Präsentation Inmitten des geschäftigen Treibens beim Fotofestival von Arles präsentieren Fotografen ihre Arbeiten Experten aus aller Welt. In 20-minütigen Begegnungen stellen sie sich dem kritischen Urteil der Leiter von Fotoagenturen, Galeristen, Kritiker und renommierten Kollegen und hören sich deren Ratschläge für die weitere fotografische Arbeit und die Verbreitung ihrer Werke an. “Metropolis” ist mit seiner Rubrik “Ungeschnitten” dabei.

Samstag 17.07. 21:30 ‘Metropolis’ Arte
Arles: Treffpunkt Fotografie: Projekt “France 14″ Ab Herbst 2010 ist in der Bibliothèque Nationale de France (BNF) das Projekt “France 14″ zu sehen. In Anknüpfung an Raymond Depardons ambitiöse Arbeit über das ländliche Milieu legen 14 junge Fotografen eine Bestandsaufnahme urbaner Lebensräume vor und dokumentieren die Überbleibsel traditioneller Strukturen in großen Städten und an deren Peripherie. Jeder der 14 Künstler ließ sich dabei von der Überlegung leiten, was er vom heutigen Frankreich vermitteln will, und zeigt in diesem Gemeinschaftsprojekt sein Bild des Landes.

Mittwoch 07.07. 23:30 ‘Das Mädchen und das Foto’ ARD
Film von Marc Wiese 1972 geht ein Foto um die Welt: Es zeigt die neunjährige Vietnamesin Kim Phuc, die mit schmerzverzerrtem Gesicht um ihr nacktes Leben läuft. Bei dem Versuch, einem Napalmbombenangriff zu entkommen, der ihr ganzes Dorf zerstört hat, erleidet sie schwerste Verbrennungen. Ein Bild, das die Welt bewegte. Innerhalb von Tagen ist Kim Phucs Foto in allen Zeitungen und bis heute ist das Bild ein Sinnbild für die Unmenschlichkeit des Krieges. Die weitere Geschichte des Fotos und des Mädchens in dem Bild ist dagegen weitgehend unbekannt. Es ist der 8. Juni. Kim Phuc sucht mit ihrer Familie Schutz in einem Tempel, als der Hubschrauberangriff auf das kleine Dorf Tran Bang beginnt. Kurz darauf soll der Tempel bombardiert werden. Die Neunjährige flüchtet mit anderen Kindern aus dem Dorf und sie geraten in den Napalm Angriff. Ihre beiden Cousins sterben. Kim brennt sich der Phosphor in die Haut. In diesem Augenblick drückt der AP-Fotograf Nick Ut auf den Auslöser. Das Bild wird zu dem berühmtesten Foto des ganzen Vietnamkrieges. Ut erhält für seine Aufnahme den Pulitzer Preis. Und das Klicken seines Auslösers rettet Kim Phuc das Leben. Nachdem er das Bild geschossen hat, bringt der Fotograf Ut sie in das nächstgelegene Krankenhaus. Dort kann man dem Mädchen mit ihren schwersten Verletzungen nicht helfen. Erst Tage später – als ihr Foto längst weltberühmt ist – wird sie in eine Spezialklinik für Verbrennungen in Saigon gebracht. Ohne die Veröffentlichung wäre sie gestorben. Die Macht eines Bildes. Das Leben der Kim Phuc wird von nun an von ihm bestimmt. Ihre Genesung ist schmerzvoll und langwierig, 17 Operationen sind notwendig. Zunächst Vorzeigeopfer der westlichen Medien, werden Kim Phuc und ihr Bild nach dem Sieg Nordvietnams vor die kommunistische Propaganda-Maschine gespannt. Und doch verschafft das Foto ihr Vorteile. Als Privilegierte der vietnamesischen Regierung kann sie später in Kuba studieren. Ihr Status ermöglicht ihr eine Hochzeitsreise nach Moskau. Beim Rückflug nach Kuba muss die Maschine in Neufundland zwischenlanden. Kim Phuc setzt sich mit ihrem Mann in den Westen ab. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Kanada. Doch es scheint, als könnte sie ihrem Bild niemals entkommen. Denn wie lange oder wo sie auch lebt, sie wird für alle immer das flüchtende Mädchen bleiben – das Mädchen auf dem Foto aus Vietnam. Der Film zeigt die Geschichte des weltbekannten Fotos. Seine Entstehung – gedreht an Originalschauplätzen – und seine bisher unbekannten Hintergründe. Und er dokumentiert, wie ein einziges Bild das Leben aller Beteiligten verändert hat. “Das Mädchen und das Foto” ist auf der 23. FIPA (Festival International de Programmes Audiovisuels) in Biarritz für den Hauptpreis FIPA DOR in der Sektion “Creative documentaries” nominiert.

Sonntag 06.07. 15:30 ‘SchussWechsel’ einsfestival
Israelis und Palästinenser: ein geradezu schicksalhaftes Dauerthema der Politik, aber auch für die Dokumentarfilmer der Welt. In “9 Star Hotel” begleiten wir palästinensische Bauarbeiter, die auf einer Luxushotel-Baustelle leben. Jeder geht auf seine Weise mit seinem Elend um. “SchussWechsel” ist ein immer noch aufrüttelnder Film aus dem Jahr 2005. Reinhard Krause, damals Leiter des Reuters-Fotodienstes in Jerusalem zieht Bilanz über sein verrücktes, gefähliches Leben zwischen den Fronten. “Spiel für mich Allegro” erzählt vom gefährlichen Leben einer allein erziehenden israelischen Mutter und ihrer kleinen Tochter als Einwohner in einem Kibbutz.

Sonntag 04.07. 13:00 ‘Künstler hautnah’ arte
Ob bei einer Fotosession, beim Aufbringen einer Wandmalerei oder bei der Entwicklung einer Ausstellungsarchitektur – gezeigt wird Kunst als “Work in Progress“. Die Kamera filmt den Künstler bei der Arbeit und in Momenten der Reflexion. Tobias Zielony macht eine uns häufig nicht bekannte Welt sichtbar: Auf seinen Fotos bildet er Gruppen und Gangs von Jugendlichen ab, die ihren Platz in der Gesellschaft nicht gefunden haben, die nachts an Tankstellen oder tagsüber draußen auf der Straße herumlungern. Sei es in einer Großstadt wie Berlin oder auch in heruntergekommenen Wohnsiedlungen Ostdeutschlands oder Polens. Wie wirken diese Jugendlichen auf ihr soziales Umfeld und wie zelebrieren sie ihre Jugendkultur vor der Kamera? Zielonys häufig leuchtend farbige Bilder erzählen davon, indem sie sich von Formen der gewöhnlichen Sozialreportage lösen, sich aber dennoch in den Porträtierten hineinversetzen. Seine kunstvollen Aufnahmen sind eine Mischung aus intimer Nähe und beobachtender Distanz. Timm Rautert, Professor für Fotografie in Leipzig, weiß an Tobias Zielonys Arbeiten besonders zu schätzen, dass sie “nicht dem Geklingel der Medien folgen, sondern ruhig bleiben”. Als Ganzes seien seine Bilder, laut Rautert, so nah am Leben und so authentisch, dass sie alles ausschöpften, was Fotografie überhaupt leisten könne.